Bracciale della Sorellanza

..ich fädle die roten Perlen auf, eine nach der anderen und ich beobachte sie: eine ist vollkommen rund, eine ist dunkel, eine andere ein wenig heller, eine ist ein bisschen zu klein, eine andere ist ganz unregelmässig, die eine hat ein enges Loch und ist schwer einzufädeln, die letzte ist zu lang und braucht den Platz von dreien… Das sind wir, genau so sind wir, wir sind Frauen. Jede in ihrer Form, mit ihrem Stil, mit ihrer Originalität. Miteinander bilden wir Bewegung, erschaffen Einheit, geben uns Kraft und begleiten uns. Frauen sind chaotisch, eine Welt von bunten Farben, manchmal zu excessiv, mit viel Gerede, welches dann aber ein sich Mitteilen und sich lehren wird und wir merken es fast nicht. So spinnen wir eine Leinwand, eine Linie, eine Einheit. Gefallen mir diese kleinen roten Perlen alle gleich gut? Fädle ich sie alle, alle auf, ohne eine wegzuwerfen? Nein, nicht wirklich. Ich wäre unerhrlich wenn ich das behaupten würde. Ich kann nicht sagen, dass ich mit allen auskomme oder dass ich alle Gedankenformen oder Handlungen ohne Beanstandung teile. Nein: meine Nachbarin finde ich aufdringlich und zu neugierig, die Lehrerin meines Sohnes ist anmassend und arrogant, meine Mutter ist distanziert und kuehl, meine Schwester ist eine Egoistin….Aber, es gibt auch mich……Wie bin ich? Wie sehen mich meine Nachbarin, meine Schwester? Genau gleich! So wie ich sie sehe. Wir sind alle gleich, jede von uns ist es. Ich will nie vergessen, dass wenn wir glücklich sind, lächeln wir alle auf die gleiche Weise, wenn wir uns geliebt fühlen, singen und tanzen wir in der Küche wenn uns niemand sieht, wir sind alle gleich. Wenn wir uns verlassen, zurückgewiesen oder unverstanden fühlen weinen wir auf dieselbe Weise, ins Kissen schreiend und am nächsten Tag tragen wir zuviel Schminke auf, dass niemand unsere geschwollenen Augen sieht. Wir haben die gleichen Ängste, Sorgen, freuen uns über die gleichen Dinge und beweinen auf gleiche Weise unsere Verluste. Ja, auch die Unsympatischen. Wir Frauen sind schön, sensible, intuitive und instinktiv. Das wissen wir, aber wir sind noch schöner wenn wir uns anerkennen. Wenn wir unsere Zyklen anerkennen, unseren Rhytmus, unsere Mondin. Wenn wir mit einem Blick bei der Frau neben uns erkennen, was sie grade durchlebt und wir sie nicht bewerten. Wenn ich mein Armband anschaue ist all das sehr klar und lebendig in mir. Ich bin die zentrale silberne Perle, ich muss lernen mich zu lieben, mir alle Aufmerksamkeit schenken, die ich brauche um glücklich zu sein. Wir sind der Leitfaden, die Mondin gibt unsere Zyklen an, unsere Mutter, die Erde trägt und erdet uns, bringt uns ins Gleichgewicht und errinnert uns wie viele Perlen wir sind. In Liebe Katja